Der Novize der Ewigkeit

Im August 2007 starb Jo, ein Schulfreund des Autors, ließ seine menschliche Hülle zurück und tauchte in eine neue und faszinierende Welt ein.Er befindet sich auf dem Weg in den Himmel und erinnert sich an Stationen seines irdischen Lebens. Er merkt, dass sein Leben nicht mit dem Tod beendet ist, sondern in einer neuen Existenzform weitergeht. Er erlebt zum Beispiel mit wie sich seine Familie und seine Freunde von ihm verabschieden und seine Urne zu Grabe getragen wird.

Auf dem Weg in den Himmel muss er als Neuling des Jenseits aber noch viel lernen bis er sein Ziel erreichen kann. Er ist ein Novize. Ein Novize der Ewigkeit!

Ein Buch für alle, die einen nahestehenden Menschen verloren haben und die sich hoffungsvoll mit dem Thema Tod auseinandersetzen wollen.

Erhältlich als Taschenbuch bei epubli…
ISBN 978-3-7375-3399-7, 244 Seiten, 12,00 €.

oder als KINDLE-eBook…

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Presseartikel:

 Die Buchkapitel

Kapitel 1: Dem Nordlicht entgegen

Jo stirbt mit einem Lächeln auf seinen Lippen. Er begreift sein irdisches Ableben als eine neue Existenzform und fühlt sich als Lehrling, der zum ersten Arbeitstag aufbricht. Er merkt, dass er im Augenblick des Todes nicht sofort alles versteht, sondern viel lernen muss. Dabei erinnert er sich intensiv an eine Postschiffreise entlang der norwegischen Küste, die Jo 2004 mit seinem Vater unternommen hatte. Die wichtigste gemeinsame Reise von Vater und Sohn.

 Kapitel 2: Heiße Nummer

Jo empfindet in seiner neuen Existenz eine starke Bindung zu seiner früheren Partnerin und Freundin Isabell. Er ist irritiert und weiß nicht was diese kraftvolle Bindung zu bedeuten hat.
Heike feilt an ihrer Trauerrede für ihren Bruder. Sie entscheidet sich sein Sternzeichen zu thematisieren. Jo versucht seiner Schwester durch energetische Nähe beizustehen. Das funktioniert aber nicht wie gewünscht.
Jo bemerkt: “Mühsam das alles. Tot sein ist gar nicht so einfach, zumindest nicht am Anfang der Ewigkeit.” Jo erkennt, das er sich in Geduld üben muss.

Kapitel 3: Prost Gemeinde!

Jo hat sich einen guten Platz gesichert und verschafft sich einen guten Überblick. Er spürt die Menschen, die gekommen sind mit ihm zu feiern. Seinen Abschied.  Ein großes Bild von ihm haben sie aufgestellt und sogar seine Gitarre ist da.
Heike beginnt ihre Trauerede mit: „Fische-Menschen haben etwas wunderbar Fließendes und Vielschichtiges an sich, das abwechselnd bezaubern und ärgern kann.” Als sich der Trauerzug in Bewegung setzt erklingt Bluesmusik.

Kapitel 4: Schnittwunden

Eine Woche nach der Beerdigung ist das besondere Gefühl wieder da. Intensiver als beim ersten Mal. Es wird für Jo Zeit endlich nach Isabell zu schauen. Er begleitet sie zu einem Kurzurlaub in die Chiemgauer Alpen. Isabell will dort mit dem Gleitschirm fliegen.

Kapitel 5: Flucht nach vorn

Heike will sich von den letzten Wochen und Tagen erholen und reist in die Toskana. Diese Reise ist auch eine Reise in ihr Innerstes. Sie nutzt die Zeit zur Trauer um ihren Bruder und auch zur Trauer um ihren zwei Jahre zuvor bei einem Verkehrsunfall verunglückten Freund. Heike trifft eine Entscheidung fürs Leben.

Kapitel 6: Abschied und Aufbruch

Jo ist Gitarrist der Band Coolminers. Alle Bandmitglieder haben neue Pläne für ihr zukünftiges Leben. Auch Jo, der für einige Zeit gerne nach Schottland möchte, hat seine Pläne. Um diese Pläne zu verwirklichen müssen sie ihre Band aufgeben und organisieren ihr Abschiedskonzert im Garten der Alsdorfer Burg.

Kapitel 7: Die Gitarre der Sehnsucht

Jo nimmt eine Auszeit und reist für drei Monate nach Schottland, wohnt in Inverness, spielt Gitarre, wandert in den Highlands und bekommt Besuch von Wolle, dem er gesteht, dass er sich in den Highlands seine Ewigkeit vorstellen könne. Jo gibt im Beisein von Wolle ein Konzert in einem Pub.

Kapitel 8: Grenzenlose Weiten

Jo gewöhnt sich immer mehr an den Lebensrhythmus des Jenseits. Es ist Adventszeit. Zu Lebzeiten hatte er mit dem Brimborium nicht viel am Hut. Seine Seele aber bekommt einen völlig neuen Blickwinkel.

Leseprobe

Jetzt war er tot. Seit wann genau, wusste er nicht. Aber Zeit hatte für ihn auch keine Bedeutung mehr. Er hatte lange gekämpft gegen die schwere Viruserkrankung und gegen die Lungenembolie. Ungefähr 28 Stunden. Dann hatte er ein Einsehen mit sich. Der Gedanke war spät gekommen, aber als er einmal gedacht war, nahm er in seinem Kopf konkrete Formen an. Endlich das Ganze hinter sich lassen. Geile Vorstellung! Er ließ sein Leben Revue passieren. Seine Schulzeit, das Gespräch mit seiner Mutter wegen der Gitarre, die Fahrt mit seinem Vater zum Nordkap. Dann machte er es kurz. Er sagte Tschüss, schloss die Augen und lächelte. Das Lächeln schenkte er allen da draußen, besonders denjenigen, die ihn noch einmal sehen wollten.

Sein Ableben hatte für einen ganz schönen Wirbel gesorgt. Das hatte er so nicht bedacht. Warum auch? Er schwirrte etwas planlos durch die Gegend. Seine Eltern waren mit seinen persönlichen Sachen und mit seiner Beerdigung ziemlich beschäftigt. Den beiden machte er viel Arbeit. Aber das war auch in Ordnung, so kamen sie über die ersten Tage der Trauer hinweg. Dann ließ er sich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Balkon von Susanne, einer Schulfreundin, nieder. Sie saß lesend auf der Couch. Plötzlich sah sie auf, erschrak kurz und lachte ihn an. Sie sprach sogar mit ihm. Hatte er da was falsch gemacht? Er wollte sich doch gar nicht zu erkennen geben.

Von dem Schreck musste Jo sich erholen. Er verkroch sich in die schottischen Highlands und fragte sich zum ersten Mal, wer seine jenseitigen Lehrmeister waren? Er wusste im Grunde überhaupt sich vom Jenseits. Er fühlte sich, wie ein Lehrling, der zum ersten Arbeitstag aufbrach.
Als Mensch hatte er immer gedacht, wenn es etwas wie den Himmel und das Jenseits geben sollte, dann wäre man in der Sekunde des Todes völlig im Bilde. Mit nichten. Es war anders. Wie, dass sollte und wollte er erfahren. Jo ließ seinen Gedanken freien Lauf und dachte an sein Lieblingsinstrument.
„Clever war das damals von Mum, als sie mich, den zwölfjährigen Stöpkes, dazu ermunterte bis zum nächsten Weihnnachten ein Lied einzustudieren. Sollte es funktionieren bekäme ich eine eigene Gitarre geschenkt und dazu noch Unterricht. Es hatte funktioniert. Danke, Mum.“

Dann verweilte er noch einem Moment am Nordkap, wie damals, vor drei Jahren mit seinem Vater. „Paps, das war klasse. Danke“. Er hatte die Tour klar vor sich. Wie ein Reisetagebuch, dass er nur aufschlagen brauchte, ließ er die zwölf Tage wie einen Film ablaufen. Zu Lebzeiten hatte er dieser Fahrt einen Titel gegeben: „Dem Nordlicht entgegen“. 

Tag 1 und 2, 27./ 28. April 2004
Alsdorf – Kiel – Oslo

Sie waren jetzt hinter Bremen und fuhren im Intercity über Hamburg Richtung Kiel.

„Scheiße, was machst Du hier eigentlich? Was hat dich geritten, diese Reise zu machen?“

Jo hätte sich ohrfeigen können. Er und sein Alter auf einer Tour zum Nordkap. Das konnte nicht gut gehen. Seinen Vater plagten ähnliche Gedanken und Gefühle. Er war nervös. Er hatte Angst. Aber er wollte diese Tour. Unbedingt. Er sah es sozusagen als letzte Chance an, mit seinem Sohn ins Reine zu kommen. Die Organisation entpuppte sich als das erwartete schwierige Unterfangen. An manchen Tagen glaubte er, sein Sohn würde den Plan kippen. Er spürte die Unsicherheit bei ihm und bei sich selber. Trotz aller Bedenken waren sie gestartet. Er beobachtete seinen Sohn, der gegenüber am Fenster saß und leicht schnarchend vor sich hin schlummerte. Jo hatte die Augen geschlossen und sah die Fahrstrecke vor sich.

Letzte Woche saß Jo noch eine ganze Nacht am Rechner und recherchierte die Strecke und viel Wissenswertes im Internet. Er spürte in dieser Nacht die freudige Erregung, wenn er sich die Bilder von dem Postschiff, von Norwegen und dem Nordkap ansah. Er spürte die freudige Erregung, wenn er Berichte von Touristen las, die ihre Reiseerlebnisse und Eindrücke ins Netz gestellt hatten. In die Erregung mischte sich aber immer wieder Zweifel. Seine Gefühlswelt konnte widersprüchlicher nicht sein. Mitten in die Zweifel hinein, fühlte er wieder die Freude. Er wusste, dass er in dieser Nacht keinen Schlaf finden würde, deshalb ging er nicht mehr zu Bett. Er machte sich einen Kaffee, schüttete ihn in eine große Tasse, die mit dem Cover der Bluesband und setzte sich wieder an den Rechner. Sein Computer stand an einem Eckschreibtisch an der Fensterseite seines Wohnzimmers. Durch ein hohes Bücherregal und einer Palme, die in einem Terracotta-Topf stand, war die Arbeitsecke vom Wohnzimmer getrennt. Er liebte diese Ecke. Klein, aber gemütlich.